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Auf einem Schiff wird seit 1995 in Heilbronn Theater gespielt: in idyllischer Umgebung am Fluss liegt das Theaterschiff, wo Trauerweiden am Ufer stehen und Entenmütter mit ihren Jungen vorbeischwimmen und doch mitten in der Heilbronner City bei der großen Freitreppe an der Friedrich-Ebert-Brücke.
Der Schauspieler und Regisseur Heinz Kipfer hatte die Idee schon Anfang der 90er Jahre. Er konnte zunächst drei weitere Heilbronner, Klaus Rücker, Peer Friedel und Gunther Diehm dafür begeistern. Zusammen schritten sie zur Tat. Trotz positiver Resonanz bei Gemeinderat und Behörden erwies sich die Umsetzung der ungewöhnlichen Idee zunächst als äußerst zäh, da verschiedenste Behörden, zuständig für Wasser und Land überzeugt werden mussten. Einmal in Gang gesetzt, bekam das Projekt jedoch bald ein zügiges Tempo, so dass die Realisierung schnell voranschritt.
Der inzwischen gegründete Verein "Theater Schiff Heilbronn e. V." beschritt auf der Suche nach Sponsoren neue Wege und tat sich nicht schwer, für sein kreatives Projekt Interesse und Unterstützung bei Heilbronner Unternehmen zu finden. Insgesamt 99 Stühle - jeder ein aus Recyclingmaterial gegossenes unverwechselbares Kunstobjekt- wurden an Sponsoren "verkauft". Dadurch wurde es dem Verein möglich, einen französischen Lastkahn, der zur Verschrottung vorgesehen war, zu erwerben. Dieser wurde dann vom Heilbronner Architekten Büro von Franz Josef Mattes in eineinhalb Jahren in das "Theaterschiff" umgebaut und schließlich im September 1995 nach Heilbronn überführt.
Das Theaterschiff-Ensemble wird von Heinz Kipfer geleitet, der Regie führt und meistens auch selbst auf der Bühne steht. Geboten wird ein abwechslungsreiches Programm mit Theater, Kleinkunst, Musik und Kabarett. Ca. 150 Mal pro Jahr findet auf der Bühne im Schiffsbauch eine Aufführung statt. Das Theaterschiff erfreut sich regen Publikumsinteresses.
In den letzten Jahren gab es zahlreiche Erfolgsproduktionen wie "Ladies Night", "Rotkäppchen-Report" oder "Sixty Sixty"
Momentan wird sehr erfolgreich das Stück "ABBA Hallo!" und die Ein-Mann-Produktion "War das jetzt schon Sex?" aufgeführt.
Auf dem Theaterschiff steht ein repräsentativer Glasaufbau: ein herrliches, auf den Stil des Schiffes abge-
stimmtes Theaterfoyer, in dem man sich vor der Vorstellung oder in der Pause aufhalten, ein Glas Sekt trinken und die beleuchtete Heilbronner City und den romantischen Fluss betrachten kann. Für geschlossene Gesellschaften, wie sie auf dem Schiff sehr beliebt sind, kann das Foyer als Buffet benutzt werden. Passanten auf der Friedrich-Ebert-Brücke oder am Neckarufer sehen das hell erleuchtete Glashaus auf dem Theaterschiff schon von weitem leuchten.
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